Der alte Sieger ist auch der neue: Beim 18. Neujahrsturnier des SV Hagenow im Mixedvolleyball konnten die "Icebreaker" aus Schwerin ihren Vorjahreserfolg
bei den "Könnern" wiederholen. Es war allerdings eine ganz enge Kiste. Der amtierende Deutsche Meister, der sich Ende vergangenen Jahres in Grevesmühlen
zum fünften Mal den Titel auf Bundesebene geholt hatte, stand in der Otto-Ibs-Halle mehrfach kurz vor dem Aus - so bereits in seinem zweiten
Vorrundenspiel. Nach einer 1:2-Auftaktniederlage gegen den Berliner Sechser von "Wird noch bekannt gegeben" lief es auch beim 17:25 gegen die
Lokalmatadoren von "Best of Oldies" alles andere als rund. Das Blatt wendete sich erst, als "Verstärkung" eintraf. Mit der Einwechselung von Marcus
Doberstein gewann das Spiel der Icebreaker unübersehbar an Qualität. Doch warum griff der gebürtige Hagenower, der für Volley Tigers Ludwigslust,
SVF Neustadt-Glewe und SV Warnemünde in der 2. Bundesliga aufgeschlagen hat, so spät ins Geschehen ein? Der 33-Jährige lieferte schmunzelnd eine einfache
Erklärung: "Man hatte mir gesagt, dass Turnier sei am Sonntag. Deshalb war ich etwas irritiert, als eben das Handy klingelte und es hieß: ,Wo bleibst du
denn?’ Ich hab mich sofort ins Auto gesetzt, und jetzt bin ich hier."
Statt Geburtstagsfeier in Familie durch die Halle gehechtet
Apropos 33-jährig: Es gab in der Halle ein Geburtstagskind zu feiern. Sebastian Burba vom Team des VC Wittenförden stieß mit seinen Mannschaftskollegen
auf diese Schnapszahl an - und hechtete durch die Halle, anstatt es sich mit Frau und Kindern gemütlich zu machen: "Als Geburtstagskind darf man sich
doch etwas wünschen. Ich habe für den Volleyball frei gekriegt. Die Familienfeier holen wir natürlich nach. Schließlich ist morgen Sonntag." In jedem
Fall gab der Wismeraner, der ansonsten bei den Grün-Weiß-Männern in der Landesliga West aktiv ist, auf dem Feld eine sehr gute Figur ab. Der VC-Sechser
gewann in der Staffel A alle drei Spiele und zog ungeschlagen in die Überkreuzvergleiche ein.
Die Organisatioren hatten den vorgesehenen Turniermodus noch einmal umwerfen müssen. Auf Grund einer Absage verblieben acht Mannschaften. Aus drei
Vorrundengruppen wurden kurzerhand zwei, es schlossen sich Überkreuzvergleiche und Platzierungsspiele an. Das erste Halbfinale hatte es in sich.
Nach verlorenem ersten Satz (17:25) zwangen die Wittenfördener den Deutschen Meister durch ein überzeugendes 25:14 in den Tiebreak. Der Entscheidungssatz
war nichts für schwache Nerven. Letztlich gingen die Icebreaker als glücklicher 18:16-Sieger vom Feld. Im Endspiel bekamen sie die Chance, sich bei den
Berlinern, die überkreuz den Volley Tigers Ludwigslust das Nachsehen gegeben hatten, für die Auftaktniederlage zu revanchieren. Und die nutzten sie,
mussten allerdings noch einmal alles geben, bevor nach sehenswertem Spiel ein 25:22 und 27:25 feststand.
Das Hagenower Neujahrsturnier ist schon traditionell nicht nur etwas für "Könner". Parallel gingen in der Teichstraße die Hobby-Volleyballer ans Netz.
Und auch hier bleibt die Siegertrophäe an ihrem "angestammten" Platz. Zwar musste der Vorjahressieger, die gastgebenden "Sunshine Beacher", auf Grund
einiger Verletzungen passen, aber die mehr oder weniger zusammengewürfelte Truppe, die stattdessen für den SV Hagenow antrat, machte ihre Sache als
Stellvertreter ausgesprochen gut. Nach verschlafenem Start, der im Finale gegen das klangvolle Team "Die mit dem Ball tanzen" aus Malliß den ersten
Satz kostete (14:25), drehten die Hagenower den Spieß noch um, schafften durch ein 25:20 den Ausgleich und sicherten sich auch den Tiebreak (15:11).
Die Turnierleitung in der Teichstraße unter dem Hagenower Volleyball-"Urgestein" Horst Brandt kam ebenfalls nicht ohne unfreiwilliges "Basteln" aus,
da zwei Mannschaften noch am Morgen ausgefallen waren. So bot sich mit dem verbliebenen Siebenerfeld ein ähnlicher Modus an wie in der Ibs-Halle.
Allerdings wurde nach den Staffelspielen die Rangfolge für die Plätze fünf bis sieben über eine Dreierrunde ermittelt.
Da mangels Resonanz diesmal auf eine Volleyballerparty verzichtet wurde, gingen die Siegerehrungen relativ "schmerzlos" direkt nach den jeweiligen
Entscheidungen über die Bühne. Ein Sonderlob hatten sich die Spielerinnen der Hagenower U18 verdient, die in beiden Hallen dafür sorgten, dass die
Aktiven nicht verhungerten oder verdursteten.
Endstände
> Könner: 1. Icebreaker, 2. Wird noch bekannt gegeben, 3. VC Wittenförden, 4. Volley Tigers Ludwigslust, 5. Best of Oldies, 6. Freundeskreis,
7. Team Horst, 8. Die Spione
> Hobby: 1. SV Hagenow, 2. Die mit dem Ball tanzen, 3. Sieben-Seen-Team, 4. Hagenower Chaoten, 5. Turnverein Hagenow, 6. Die Beacher,
7. VG Wiplash Boizenburg
(Quelle: SVZ vom 9. Januar 2012)
Spielergebnisse (pdf)
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