Beach-Pokal aus Nienburg entführt


'Die kleine Nienburgerin': Dieser Name hat in Volleyballerkreisen den allerbesten Klang. Die niedersächsische Stadt entwickelte sich bereits zum 26. Mal zum Mekka für junge Schmetterkünstler. Mädchen und Jungen aus nicht weniger als 79 Vereinen sorgten auch in diesem wieder für eine unvergleichliche Atmosphäre. Und die wollte sich der Nachwuchs des SV Hagenow keinesfalls entgehen lassen. Die Hagenower zählen zu den Stammgästen an der Weser, werden im Programmheft dank ihrer inzwischen 16. Teilnahme in der Jahres-Rangliste schon auf Platz 15 geführt. Diesmal traten sie mit zwei Mädchen- und einem Jungen-Team im LVG-Bus die Reise an.

Der Zeltaufbau gehört immer zu den ersten Routineaufgaben vor Ort und ging glücklicherweise trocken über die Bühne. Das Wetter spielte an diesem Wochenende nicht immer so mit. Davon ließen sich die Teilnehmer die gute Stimmung aber nicht vermiesen, zumal auch das Frühstück unter freiem Himmel von Regen verschont blieb. Die Zelte erwiesen sich als sehr widerstandsfähig, hielten Gewitter und Sturm unbeschadet stand.

Aus sportlicher Sicht gab es für die Hagenower Delegation früh einen ersten Grund zum Feiern. Vier Spielerinnen der weiblichen B-Jugend startete beim Quatro-Beach-Cup und wurden für ihren Sieg mit Pokal, Urkunde und Beachvolleyball belohnt. Dieses Erfolgserlebnis wirkte offensichtlich noch zusätzlich motivationsfördernd für die Hallenauftritte in der leistungsstärksten A-Klasse. In der Vorrunden-Gruppe D gelang durch ein 2:0 über den Berlin-Brandenburger SC ein Auftakt nach Maß. Gegen den USC Braunschweig verschlief man zwar den ersten Satz (14:25), holte sich aber dank einer deutlichen Steigerung den zweiten Durchgang (25:18) und damit auch den Staffelsieg. Ein anschließendes 2:0 gegen den VfL Gesthacht sicherte den Einzug ins Viertelfinale, wobei die Hagenowerinnen im ersten Satz beim überzeugenden 25:10 fast fehlerfrei agierten. Das nötige Quäntchen Glück stand der Mannschaft gegen Alemannia Aachen zur Seite. Da aus organisatorischen Gründen generell nur zwei Sätze gespielt wurden, kam es auf jeden Punkt an. In einer spannenden Partie konnten beide Teams je einen Satz für sich entscheiden. Die Summe der kleinen Punkte sprach mit 40:39 für die Hagenowerinnen, die damit schon unter den besten vier Teams standen.

Das es dann sowohl im Halbfinale gegen den TSV Rudow Berlin (11:25, 12:15), als auch im Spiel um Platz drei gegen die Mädchen des Volleyball-Regionalkaders Paderborn (21:25, 14:25) trotz ordentlicher Leistung nur noch wenig zu holen gab, konnte die Freude über das gute Abschneiden nicht schmälern. Mit einem vierten Platz hatte im Vorfeld niemand gerechnet, auch die stets mitfiebernde Betreuerin Silvia Michaelis nicht.

Die weibliche C-Jugend ging in der B-Klasse ans Netz und konnte sich dort ebenfalls in ihrer Vorrundengruppe auf Platz eins schmettern. Die beste Leistung lieferte das Team gleich gegen den MTV Ramelsloh ab. Zwar reichte es auch gegen den SC Weyhe 2 zu einem 2:0. Doch der Spielverlauf war schon deutlich holpriger. Das setzte sich gegen den TuS Herten fort. Nach gewonnenem ersten Satz (25:21) ging der Faden völlig verloren (12:25). Und die Hagenowerinnen fanden ihren Rhythmus leider auch nicht mehr wieder, verpassten durch ein glattes 17:25 und 12:25 gegen den SV Nortrup 1 das Halbfinale. Die Tatsache, das man zu diesem Zeitpunkt bereits zehn Stunden in der Halle stand, wirkte sich unübersehbar negativ auf Kondition und Konzentration aus.

Am nächsten Morgen erhielten sich die Mecklenburgerinnen durch eine kämpferische Steigerung die Chancen auf den fünften Platz, schafften gegen den TSV Stelle nach verlorenem ersten Satz (21:25) durch ein 25:19 noch die Wende. Zum Abschluss stand man den Aufschlägen und harten Angriffen des TV Weiterode ziemlich hilflos gegenüber (7:25, 9:25). Das war zwar weniger schön, änderte aber nichts daran, dass sich das mit vier Neueinsteigerinnen besetzte Team insgesamt achtbar aus der Affäre zog.

Ihr eigenes Ständchen bekam Mannschaftsführerin Julia Seddig, die in Nienburg ihren 15. Geburtstag feierte und vom Stadionsprecher am Morgen übers Mikrofon mit einem persönlichen Glückwunsch bedacht wurde. Die gleiche Aufmerksamkeit erfuhr einen Tag später auch Jutta Trute. Da sich die Betreuerin der Hagenower Jungs aber gerade im Waschraum aufhielt, ging dieser spezielle Weckruf an ihrem Ohr vorbei. Was den volleyballerischen Part betraf, so war ihre C-Jugend von vorn herein ziemlich gebeutelt. Krankheitsbedingt standen nur sechs Spieler zur Verfügung. Für die hieß es in der B-Klasse in erster Linie, Erfahrungen sammeln, nachdem sie erst im vergangenen September in den regelmäßigen Trainingsbetrieb eingestiegen sind. Aber obwohl es in Nienburg in fünf Spielen nicht zu einem Sieg reichte, sah Jutta Trute doch gute Ansätze uns sieht der kommenden Saison dementsprechend positiv entgegen. Um für künftige Aufgaben noch besser aufgestellt zu sein, sind die Jungen dringend auf der Suche nach Verstärkung. Volleyballbegeisterte der 6. bis 8. Klassen würden am besten zur Altersstruktur der Mannschaft passen.

Ein Dankeschön der Nienburg-Fahrer gilt der LVG und ihrem Chauffeur Stefan Schwabe, der nicht nur für einen sicheren Transport sorgte, sondern darüber hinaus auch noch kurzfristig für den erkrankten Axel Stieg als Betreuer einsprang.

B-Jugend (weiblich): Lisa Michaelis, Sophia Möller, Marit Brink, Anna Brennenstuhl, Lisa Büsselberg, Celina Wolf, Julia Kondritz, Inken Bülow.
C-Jugend (weiblich): Julia Seddig, Alice Lahaine, Nele Groth, Michaela Eggers, Sarah Berginski, Laura Mannheim, Tessa Vauck, Laura Patzner, Tony Zander, Anne Orthmann.
C-Jugend (männlich): Tim Trute, Jann Stehling, Leon Böhme, Alexander Biallas, Martin Prahl, Jan Selonke.

(Quelle: SVZ vom 13. Juli 2011)

Bilder vom größten deutschen Jugendturnier findet ihr in unserer Galerie.

Matthias


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